Donnerstag, 2. Januar 2014

Kinobesuch: Der Mohnblumenberg (From Up On Poppy Hill ----Kokurikozaka kara)

Ich war Weihnachten über bei meinen Eltern und meinen zwei kleineren Brüdern ein paar Tage zu Besuch. Diese sind dann immer etwas beleidigt, wenn ich dann was mit meinen Freunden unternehme anstatt bei ihnen zu sitzen und mich dauernd anmeckern zu lassen. Als ich dann zufällig ein Kinoprospekt in der Hand hielt fiel mir auf dass Studio Ghibli anscheinend einen neuen Film herausgebracht hat. Dieser läuft mal wieder nicht in jedem Kino, umso mehr war ich drauf und dran ihn sehen zu wollen. Ponyo, Arietty und Chirhiros Reise ins Zauberland waren wundervolle Filme und meine Mutter fand die Idee ganz schön als Familie ins Kino zu gehen. Also fanden wir uns am 26.12.2013 um 16:00 Uhr im Kino ein. Das Luna Filmtheater in Ludwigslust wurde damals komplett umgebaut und zeigt mittlerweile viele Filme, die in den großen Ketten nicht laufen würden. Es ist ziemlich klein und hat einen speziellen Charme. Davon abgesehen, dass der große Kinosaal schon extrem klein ist hat der kleine Saal wirklich nur vier Reihen mit Sitzen aufzuweisen. Somit war dieser nicht einmal halb besetzt. Meine Brüder waren erstmal total beleidigt, da sie lieber "Die Eiskönigin" von Disney sehen wollten, aber der wäre ohnehin ausverkauft gewesen. Mutter hatte keine eigene Meinung und mein Vater hat nur rumgemault "nicht so ein Japsenfilm bitte..." und als er das Plakat sah war er nicht gerade besser gelaunt. Ich weiß nicht wieso, aber er konnte meine Vorliebe für Anime nie teilen. Aber sie haben ihn sich angesehen mir zuliebe.

Inhalt:
Umi ist eine 17-jährige Schülerin, die in einem Herrenhaus auf dem Mohnblumenberg über dem Hafen wohnt. Ihre Mutter ist außer Haus und ihr Vater ist im Krieg gefallen. Sie kümmert sich so gut sie kann um die Bewohner und ihre Schwester und bewältigt alle Hausarbeiten so gut wie alleine. Ihr Vater hat ihr das Flaggenalphabet begebracht und so hisst sie jeden Morgen die Flaggen für ihn in der Hoffnung er würde zu ihr zurückkehren. Der Schüler Shun antwortet ihr von dem Boot seines Vaters aus, doch sie konnte das nie sehen. Schon länger ist sie fasziniert von ihm und als er zum Aushängeschild gegen den Abriss des alten Clubhauses der Schüler wird scheinen alle Mädchen auf ihn zu fliegen. Nachmittags geht sie mit ihrer Schwester in das Haus mit dem Namen "Quartier Latin" und setzt sich dafür ein es neu zu renovieren. Dabei scheinen Shun und Umi sich ineinander zu verlieben, doch dann scheint er auf Abstand zu gehen, als er ein Bild ihres Vaters sah.

Review:
Bei meiner Familie schlich sich nach kurzer Zeit Langeweile ein. Mein kleinster Bruder (11) betonte fast alle 5 bis 10 Minuten wie scheiße langweilig das sei und ob wir das schauen müssten, er könnte in der Zeit so viel anderes tun. Mein Vater war nach den anfänglichen zehn Minuten direkt eingeschlafen, als sein Popcorn alle war. Die anderen beiden konnte ich nicht sehen. Ich wurde etwas sauer, denn man kann dem Film doch mal ruhig eine Chance geben. Die Landschaft war wirklich wunderschön bzw. eigentlich alle Hintergründe sahen aus als wären sie mit Pinsel und Farbe gemalt worden. Nur die Teile, die sich bewegen mussten sahen normal gezeichnet aus. Wenigstens das wusste mein Vater zu schätzen (der Maler ist) und konnte sich den Aufwand gut vorstellen, den das gemacht haben muss. Der Soundtrack dazu war außerdem auch wundershcön und wurde oftmals eingesetzt. Natürlich waren die Lieder auf japanisch und manchmal haben sogar die Schüler gesungen. Handlungstechnisch war es dann doch etwas mau. Ja, das muss ich nun auch zugeben. Es sind viele Zwischensequenzen dabei, die zu der eigentlichen Handlung wenig betragen. Zum Beispiel wird gezeigt wie jemand Essen kocht oder wie Umi zur Schule geht. Diese Stellen machen den Film ziemlich langatmig. Dennoch fand ich den Film wirklich schön, auch wenn ich die fantastischen Filme wie Ponyo bevorzuge. Dieses ist dann eher so ein Anime, der auf realistischen Begebenheiten beruht. Als der Film dann endete war mein 11-jähriger Bruder immernoch am maulen, meine Eltern haben es einfach hingenommen und sich nicht sonderlich weiter geäußert und mein 13-jähriger Bruder hat mich wirklich überrascht. Der hatte sich voll auf den Film eingelassen und war total glücklich, dass ich dafür gesorgt hatte, dass er ihn sehen durfte. Er stand da, hatte Tränchen in den Augen und meinte "der war so traurig". Wenigstens er konnte sich voll reindenken und wurde natürlich vom kleinsten direkt ausgelacht. Naja, ich glaube für den Film muss man wirklich etwas älter sein, Kinder werden sich langweilen. Erneut werde ich ihn mir wohl eher nicht ansehen, aber für mich war es ein durchschnittlicher Animefilm mit unglaublich schönen Malereien und Songs.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen